3 Monate Fitchburg/MA

Fitchburg 09

Absolute Endphase

Weniger als 100 Stunden meiner 3 Monate hier sind übrig - Zeit für ein kleines Fazit: Es war erst einmal ganz anders, als man es sich (oder als ich es mir) zuerst einmal vorstellt. Der erste Tag war aus heutiger Sicht für mich schon ein kleiner Schock, aber ich denke, das ist ganz normal. Ich habe einfach das erste Mal richtig realisiert, dass ich - egal wie die Familie ist oder was passiert, hier zu 99% bis Ende November bleiben werde, was man sich, wenn man es noch nicht gemacht hat, einfach gar nicht richtig vorstellen kann. Durch die Fußballsaison, die mich lange sehr gut beschäftigt hat, habe ich hier auch ein paar Leute kennengelernt und hatte nachmittags immer zu tun, sodass die Zeit sehr schnell verging. Der Besuch von Mama und Papa zwischendrin war natürlich auch sehr schön. Die Schule hier hat mich jedoch mehr und mehr enttäuscht. Ich bin nicht wirklich begeistert von dem Stoff den ich gelernt habe und habe mit praktisch nichts Tun 2 Einsen und 2 Zweien bekommen. Positiv zu erwähnen ist finde ich aber das Klima in der Schule - die Leute waren zumindest zu mir alle sehr nett.

Nachdem Fußball um war, hatte ich dann noch 2 Wochen lang das Fitnessstudio, in dem wir den 14-Tage-Gratis-Pass für mich bekommen haben. Als der auslief, blieben mir halt nur noch die Footballspiele um mal ein wenig was zu unternehmen. Die Gastfamilie wollte zwar was machen, steckte aber leider (mir wurde auch gesagt, dass es ihnen ein wenig leid tut) in den Umbauarbeiten, sodass die letzten 5-6 Tage jetzt etwas zäh werden, denn weder Fitnessstudio, noch Fußball, noch irgendwelche Ausflüge habe ich am gesamten Wochenende gemacht, womit selbiges auch schnell erzählt ist. Freitagabend war Football, wo Fitchburg mit 24:14 gegen einen Gegner, den man 23 Mal hintereinander besiegt hat, verlor. 

Samstagabend haben wir noch mal zusammen gegessen, sonntag ist die Küche fertig geworden, das war alles, was wir noch groß gemacht haben, am Wochenende. Morgen ist um 6 Uhr Saisonabschluss vom Fußball, obwohl natürlich die Saison eigentlich schon 3 Wochen um ist. Ich komme also die nächsten Tage doch noch ein wenig rum. Nach der Feier gehen wir noch zusammen Pizza essen und dann denke ich mal wird es schon Schlafenszeit sein, bis ich Mittwoch dann aufstehe und mit Familie Timms hoffentlich und vorraussichtlich Sturbridge Village besichtige. Abends wollen wir noch mal essen gehen. Donnerstag ist dann aller Vorraussicht nach mein letzter Schultag, ehe wir Freitag um 12 Uhr abgeholt werden und ich mich dann erst mal (!!) verabschieden muss. Um Halb 5 geht der Flieger und um 5:35 am Samstag in deutscher Zeit bin ich wenn alles glatt läuft, was ich schwer hoffe, wieder in Deutschland und das Kapitel USA ist (fürs Erste) beendet. 

Wie gesagt - eine sehr schöne Zeit, die bis auf die letzten 4 Tage nie wirklich langweilig war und die verbleibenden 3 Tage werden hoffentlich auch nicht langweilig werden. Ich denke, ich habe auf jeden Fall was mitgenommen. 

Zuhause muss ich den Stoff der 9 verpassten Schulwochen nachholen und dann steuere ich neben den 7 Arbeiten in 23 Schultagen auch Gott sei dank auf Weihnachten zu, wo meine Geschenkplanungen auch schon langsam (Mama würde vielleicht auch sagen schnell) anlaufen.

Der nächste Eintrag ist vorraussichtlich Samstag aus Kleve. 

Schöne Grüße und drückt die Daumen, dass die Rückreise klappt

Tobias 

11 Wochen um - eine folgt

92% der Zeit hier sind um, morgen Mittag ist es noch weniger als eine Woche, die ich hier verbringen werde. Am Sonntag nachdem ich den letzten Eintrag geschrieben habe, habe ich nicht mehr viel gemacht. Auch der Montag war dann eher weniger spannend, der ganze Tag war im Zeichen der Tatsache, dass morgen das Spiel, auf das Matt schon seit März wartet, erscheinen würde. Er hatte sich dann irgendwie die letzte Stunde in der Schule beurlauben lassen können - weiß der Himmel, wie er das geschafft hat, sodass wir am Dienstag nach der Schule nicht mit ihm, sondern mit einem Freund von Tim, der es sehr eilig hatte, nachhause fahren sollten. Der Freund brachte uns dann mit dem Kommentar "ich hab wenig Zeit" nur bis zum Vater, wo Matt schon mit ca. 30 Zentimeter Abstand vorm Bildschirm saß und mit Lautstärke 100 Call of Duty spielte, sodass man es schon draußen hören konnte, glaub ich. Da er die Specialversion mit Nachtsichtgerät bekommen hat, haben wir dann mit dem Sohn von Matt und Tims Vater im Dunkeln verstecken gespielt, wobei immer der Versteckende das Gerät benutzt hat. War sehr lustig. Später war Matt dann schließlich tatsächlich am gleichen Tag mit der Kampagne fertig, wobei er glaube ich danach blutige Augen hatte. Kein Wunder nach 9 Stunden Playstation spielen am Stück. Um 9 Uhr durften Tim und ich dann gegen ihn spielen, was ein ziemlich gutes Duell war, da sehr ausgeglichen. Er allein gegen uns beide.. Da am nächsten Tag frei war, sind wir erst recht spät zurück, auf dem Weg sind wir noch an McDonalds vorbei gefahren, wo der Rest der Familie gerade aß. Das war auch der Grund, warum wir nicht nachhause gegangen sind und sogar bei Matt und Tims Vater gegessen haben: die Küche wurde gefliest und wir konnten nicht durchlaufen, sodass alle bei McDonalds gegessen haben. Außer wir drei, da wir halt schon essen hatten.

Angekommen im Haus haben wir dann zu Dritt auf dem riesigen Fernseher bis 5 Uhr morgens weitergespielt und mussten dann draußen durch den Garte (die Küche war ja zu) in den Flur gehen und dann hoch ins Schlafzimmer. Ich habe bis 12:30 geschlafen, was meinen Rekord hier darstellt - Matt war um 10 Uhr auf und Tim um 14 Uhr.  Hat natürlich keiner gemerkt, dass etwas komisch ist, wenn alle so lange schlafen für ihre Verhältnisse hier. :D

Da Werner dann weg war und Jill arbeiten musste, waren wir, da Werner Zoe mit zum Baumarkt genommen hatte, allein zu Dritt. Kreativerweise haben wir dann mal ein wenig Playstation gespielt, wieder Call of Duty und wieder recht lang und auf einmal wars schon wieder 6 Uhr. Wir sind dann wieder zum Vater der beiden gefahren, wo wir wieder freundlicherweise sehr leckeres Essen bekommen haben (Reis, Hähnchen und Erbsen). Abends sind wir dann wieder zurück und haben dann gegen 9 Uhr das erste Mal den neuen Fußboden der Küche betreten. Abgesehen davon, dass es gut aussieht,glaube ich, freut sich Werner darauf, wenn er in 3-4 Tagen fertig ist, war eine sehr lange Renovierungsaktion. Dann war schon wieder Schlafenszeit - ein sehr sinnvoll genutzter Feiertag. 

Heute in der Schule gab es in Geschichte ein Abschiedsfrühstück mit Keksen, Brot und McDonalds-Sachen. Komisch, aber eigentlich ganz nett. Sonst war es wieder ein ruhiger Schultag, an dem wir allerdings auch unsere abschließenden Noten bekommen haben. In den 4 Fächern, die ich hatte, habe ich neben massig guten Kommentaren 2 Einsen und 2 Zweien bekommen, was mich recht zufriedenstellt. 

Der Nachmittag war recht langweilig, sollte aber der Letzte bleiben, der langweliig ist, denn für die restlichen Tage ist weitestgehend was geplant. 

Schöne Grüße nach Kleve und anderswo

Tobias

Langsam kann man die Tage zählen

Mittwoch war abends um Halb 7 Basketballtraining wo Tim lauter 9-jährige trainieren musste - da wegen der Bauarbeiten in der Küche zeitweilig der Strom und das Internet und sogar das Wasser wegsein würde, bin ich also mit Tim zum Training gegangen, habe zugeguckt, Kekse gegessen und Fanta getrunken und bin danach mit zu seinem Vater gegangen, wo wir Basketball geguckt haben und Eis gegessen haben. Ich fühlte mich schon ganz schlecht (nicht wegen dem Magen, sondern dem Gewissen) weil mir so oft nachgelegt wurde, also habe ich Ryan - dem kleinen Sohn vom Vater der beiden meine Kekse geschenkt. Er durfte von den 3 Riesenkeksen aber nur einen essen, der Rest war für die Schule.

Wir waren erst recht spät zurück, ich glaube es war gegen 9. Am nächsten Tag war Schule, wobei bis auf einen Feueralarm nicht viel los war. Ich weiß nicht, ob ichs schon erzählt hab, aber aus Sport bin ich wieder raus und in Journalismus gegangen. Die Lehrerin war aber abwesend und da sie auch meine Englischlehrerin ist, habe ich dann 2 von 4 Stunden Vertretung gehabt und wir haben den Film "Der Junge im gestreiften Schlafanzug" geguckt, wobei der Film mir bis auf ein paar unlogische Dinge, die die Handlung grundlegend beeinflussen sehr gut gefallen hat. Abends waren wir dann im Fitnessstudio, wobei es vielleicht schon mein letztes Mal da sein konnte. Der Pass läuft morgen aus, aber wir sollten am Freitag noch einmal hingehen. Die Schule am Freitag war wieder mehr ein Abgehänge, da wir jetzt nicht mal mehr unsere ohnehin unrelevanten Noten sehen werden. Der Mathelehrer, den ich sehr witzig finde, hat mir geraten in der Stunde zu schlafen, wenn mir langweilig ist, da ich 1. das Thema kannte und 2. eh nicht mehr bewertet werde. Also hat er mein Buch eingesammelt und kommt jetzt nur noch ab und an fragt wie uns die Schule hier gefällt und redet mit uns. In Journalismus habe ich einen Artikel geschrieben über die Fußballsaison, der wohl in der Schülerzeitung hier erscheinen wird. Abends waren wir noch mal im Fitnessstudio, wo wir Jennifer gesehen haben, aber nicht mit ihr gesprochen haben. Abends war ein Footballspiel, zu dem ich mit Tim und Matt gegangen bin, aber mir persönlich war es mit 2° ca. zu kalt und bis auf den Kakao, den ich hatte, konnte ich nicht wirklich viel Positives sagen. Es waren auch die wenigsten Leute bisher da. Fitchburg hat aber gewonnen und damit die letzte Chance auf die Playoffs gewahrt. 

Nacher haben Tim und ich noch Pizza bestellt und dann haben wir Playstation gespielt, wobei Call of Duty 4 nur ein Zeitvertreib ist (insbesondere für Matt) bis in 3 Tagen der 6. Teil rauskommt, über den fast jeder in der schule redet und den etliche Leute vorbestellt haben. Matt hat sich für den Tag von seiner Arbeit bei Best Buy, wo er 3 mal die Woche arbeitet, frei genommen. 

Mittwoch ist Gott sei dank keine Schule, sodass er - wenn er wie ich nicht glaube wirklich dienstag zu hause bleibt von morgens bis tief nachts spielen kann. Er musste die ganze Zeit schon viel mithelfen, damit er am Dienstag überhaupt so lang spielen darf, ohne Ärger zu kriegen. Ich bin mal gespannt ob das Spiel wirklich den Hype rechtfertigt. Wie auch immer - ich bin dann hoch und schnell eingeschlafen. Tim auch - allerdings auf dem Sofa, wo er erst um 5 Uhr aufgewacht ist und dann bis Mittag in seinem Bett geschlafen hat. Ich habe die letzten 10 Minuten vom Fußball im Live-Ticker gelesen, nachdem ich aufgestanden bin, war nicht zu unzufrieden, aber auch nicht glücklich mit dem 2. 0:0 im 2. Heimspiel hintereinander. Aber immerhin schon 3 mal nicht verloren. Dann bin ich nach unten wo nach 4 Tagen endlich das Waschbecken installiert wurde - die Küche sieht mit so wenig neuen Sachen so viel besser aus, das ist schon bewundernswert, wie Werner das alles gebaut hat. Ich könnte das zu 105% nicht. Den Mittag habe ich mit Basketball spielen, Playstation spielen und aufgewärmte Pizza essen verbracht. Warum die Pizza aufgewärmt noch so viel besser als gestern schmeckte, weiß ich nicht. Warum ich überhaupt noch so einen Appetit auf Pizza hab auch nicht. Ich esse in der Schule fast täglich Pizza aber das ist kein Problem - ich bin aber doch froh, wenn ich ein paar deutsche Mahlzeiten bekomme in 2 Wochen.

Abends gab es das erste Mal seit einiger Zeit wieder gekochtes Essen - Kartoffelpüree (das man hier Kartoffeln nennt - echte Kartoffeln kennen die glaub ich nicht) und Hackfleischbällchen. 

Jetzt schreibe ich grade seit einer viertel Stunde am Blog und gucke danach vielleicht noch einen Film oder lese.

Viele Grüße an alle

Tobias 

Aus 3 Monaten werden 2 Wochen...

...wenn 10 Wochen vorbei sind - was genau morgen der Fall ist. Dann sind es noch 15 Tage, also ca. 2 Wochen.

Aber erst mal dazu, was ich die letzte Woche gemacht habe: Sonntag war also Werners Geburtstag, den er in seinem Arbeitszimmer arbeitend (aber nicht vor Papier) verbracht hat. Er hat renoviert und morgens nur ein schönes Frühstück mit uns gehabt. Kleiner Fauxpass dabei war allerdings, dass die deutsch-ähnlichen Brötchen die besorgt werden sollten gefühlte 5 Tage alt waren und nach dem Aufweichen in der Mikrowelle nicht anders schmeckten als die deutlich günstigeren amerikanischen. Naja - der Sonntag versprach jedenfalls nicht besonders spannend zu werden, bis Ethan (ein Fußballspieler) kam um Werner zu gratulieren und mich anschließend mitgenommen hat um gegen mich Call of Duty zu spielen. 

Angekommen bei ihm fühlte ich mich gleich wie "zuhause". Auch hier wurde gezimmert und gewerkelt und renoviert. Trotzdem haben wir auf einem 5 Zoll Fernseher oder so Call of Duty im geteilten Bildschirm gespielt, wobei ich knapp 60-7 unterlegen war. Danach haben wir freundlicherweise von den Eltern ein Abendessen bekommen und sind zu Walmart gefahren um ein Geschenk für Werner zu kaufen (wurden am Ende 12 Muffins, die er nicht mochte - im Gegensatz zu Zoe die 7 gegessen hat). Montag war wieder Schule. Die letzte ganze Schulwoche mit 5 Tagen fing an. Auch die letzte Woche der Fußballsaison und wie ich feststellen sollte war am Montag auch das letzte Training, dass wir mit 40 Minuten joggen begonnen haben wegen der Niederlage am Freitag. Danach habe ich mich dann doch tatsächlich irgendwie überreden lassen mit Tim zum Fitnessstudio zu gehen, da es dort ein Umsonst-Angebot für 14 Tage gab, mit dem ich 120 Dollar sparen konnte. Also sind wir dahin und Werner musste für mich als Vater unterzeichnen, was am Mittwoch zuvor Tims Vater nicht machen wollte (war ein großes Drama für Tim) und wir waren somit umsonst gefahren am Mittwoch zuvor. Jedenfalls klappte an dem Montag alles und ich habe das erste Mal dort trainiert. Machte mehr Spaß als ich dachte, aber ein Bodybuilder werde ich glaube ich trotzdem nicht in Deutschland.

Dienstag war ein Fußballspiel gegen Shrewsbury, dass wir mal ausnahmsweise nicht verloren. Mit unser bestes Spiel: 1:1 nach 1:0 -Führung zur Halbzeit. Jeder war zufrieden, auch ich, obwohl ich nicht gespielt habe. Danach habe ich nicht mehr viel gemacht. Hätte ich vielleicht aber tun sollen, denn der Mittwoch war der regnerischste Tag, den ich je erlebt habe, glaube ich. Ich (!!! - nicht Papa, der immer mit einem Ohr offen schläft) bin nachts um 3 wachgeworden, weil der Regen gegen das Fenster geprasselt hat und konnte 20 Minuten nicht mehr schlafen. Um 6 war es immer noch ein Starkregen, den ich selten gesehen habe. Stark geregnet hat es dann ohne (!!) Unterbrechung bis ca. 16 Uhr, sodass das letzte Training der Saison ausfiel. Anstatt Training bin ich mit meinem gratis-14-Tage-Pass wieder ins Fitnessstudio gegangen und habe dort 200 Situps gemacht. Um 17 Uhr hörte der zuletzt etwas schwächere Regen dann nach 14 Stunden ganz auf - für 20 Minuten, dann ging es noch mal bis Mitternacht weiter. Donnerstag war bei strahlendem Sonnenschein das letzte Spiel, dass ich (etwas krank) wieder nur von der Bank aus verfolgt habe, dieses Mal auf meinen eigenen Wunsch hin, da ich nicht spielen wollte und noch kränker werden wollte. Schließlich hatten auch 60 Schüler an der Schule Schweinegrippe und da wollte ich mich nicht mit der normalen Grippe schwächen auch wenn ich nicht wirklich Angst vor der Schweinegrippe habe. Das Spiel verloren wir nach knappem Verlauf 2:1. 1 Sieg, 4 Unentschieden, 15 Niederlagen war die mäßige Bilanz. Freitag war Saisonabschluss mit Paintball spielen in Orchard Hills. Ich war schon etwas besorgt, da mir viele Leute erzählten es täte sehr weh, getroffen zu werden, aber das waren glaube ich alles Märchen. Ich fand es hat richtig Spaß gemacht und am Ende war ich sogar einmal derjenige, der das Spiel gewonnen hat, indem ich den Assistenztrainer Olson getroffen habe. 

Fiese Treffer habe ich genau einen bekommen, der ist aber immer noch heute (4.11.) zu sehen und tat vielleicht 20 Sekunden weh. Sonst eigentlich nur im Gesicht in die Maske getroffen worden und Farbe in den Mund bekommen, aber das war alles. Ich würde öfter spielen gehen, wenn es nicht 40 Dollar kosten würde und in Deutschland ab 18 wäre. 

Samstag war Halloween - ich habe bis 11 Uhr geschlafen und hatte schon recht große Erwartungen, die aber nur teils bestätigt wurden. Man kennt aus den Filmen ja die Kinder, die im Dunkeln klingeln und dann Klopapier um die Häuser wickeln und so weiter. Dekorationsmäßig konnten manche Häuser zwar mit diesen Filmen mithalten, aber vom Flair her sind die Filme besser. Hier war es noch hell, wo das Süßigkeitensammeln anfing und wirklich Streiche sieht man auch nicht. Jeder gibt einen Mini-Schokoriegel und das wars. Wir waren alle bei der Oma der Familie, wo Ryan (der Sohn von Tim und Matts Vater) und Zoe mit ihren Eltern sammeln waren und Tim und ich die Süßigkeiten verteilt haben. Matt kam später noch. Um 7 Uhr (nach 2 Stunden) war der ganze Spuk schon vorbei - ich war noch eine halbe Stunde draußen gucken gewesen. Da Matt und Tim wieder zu ihrem Vater gingen und die Gasteltern zum Baumarkt mussten saß ich Halloween abends allein im Haus und habe Playstation gespielt. War auch nicht schlecht. 

Sonntag morgen rief auf einmal Peter Timms an, er wolle mit mir Tontaubenschießen gehen. Nach mehreren Anrufen hin und her wusste er schließlich wo das Haus war und hat mich um 14:40 abgeholt. Nach 25 Minuten Autofahrt erreichten wir ein einsames Feld wo er dann 2 komische Sachen aufbaute, mir ein Seil zum Ziehen zeigte und dann sagte "PULL!". Ich musste ziehen, die Tontaube wurde hochgeschossen und er traf. So ging es die ganze Zeit und dann war ich dran: Erster Schuss - erster Treffer. 10 weitere Schüsse folgen - kein Treffer. Nach anfänglicher Motivation war ich dann ein wenig deprimiert und es wurde kalt. Wir fuhren zurück und haben wohl das erste Fast-Food des Lebens der Familie Timms gekauft. Mit sichtlich verwirrtem Gesicht suchte Peter einen Ort wo man gutes, schnelles Essen kriegen konnte, da seine Frau ja an einem Projekt arbeite. Wir haben schließlich Hähnchenfüße und Kartoffeln (die ersten in 10 Wochen) bekommen. Trotz der Verwirrung ist es ihm da gelungen ein gutes Essen in einem kleinen Laden in Ashburnham zu finden. Er hat sogar Schwarzbrot gefunden, dass fast wie deutsches Brot schmeckte. Gegen 8 Uhr war ich zuhause. Mir wurde mitgeteilt, dass ich wohl am Mittwoch und Donnerstag vor dem Abreisefreitag keine Schule mehr haben müsste und so also noch mit der Familie Timms zu Sturbridge Village gehen könnte. Die Küche, in der Werner weiter werkelte enthielt nun nicht mal mehr einen Tisch, sodass ich mich nun immer aufs Sofa setzen muss. 

Montag war der 1. Tag, den die Lehrer für mich nicht mehr benoten können, sodass ich jetzt eigentlich einen Freifahrschein hätte, aber trotzdem noch ein bisschen aufpasse, da es sonst langweilig wäre. Anstatt Microsoft Office fing für mich auch ein neues Fach an: Sport - da war ich schon sehr enttäuscht nach der ersten Stunde. Keiner (!!!) zieht sich um, keiner macht irgendwas, alle sitzen nur rum und unterhalten sich und der Lehrerkommentar dazu ist auch noch: "Ach ja, ist ja heute eh erst der 1. Tag des Kurses - hört mal diese Woche einfach Musik.." Wozu diese super-Turnhalle wenn man sie nicht mal benutzt?? Ich glaube das Einzige, wo man wirklich was lernt sind die Mannschaftssportarten nach der Schule. Nach der Schule musste die Fußballmannschaft die Trikots zurückbringen und die Netze aus den Toren rausholen. Als das gemacht war, war die Saison endgültig vorbei. Nach 10 Wochen also das letzte Mal 1 Stunde arbeiten und dann wars das. Nachher war noch Fitnessstudio und danach ein Footballspiel der Lehrer gegen die Schüler, wo mir vor allem die Preise für die Schokokekse gut gefallen haben.

Gestern - Dienstag - war frei. Professional´s Day. Nach Schlafen bis 10:30 mussten wir zu Dritt raus und die Terrasse winterfest machen und das Laub wegharken. 2,5 Stunden später waren wir fertig. Der ganze Nachmittag war für mich ziemlich eintönig, da nur Zoe und Werner da waren (Matt und Tim beim Vater, Mutter arbeiten). Nachdem ich Zoe 100 Wörter buchstabiert habe, habe ich Playstation gespielt und Fernsehen geguckt bis es fast 7 Uhr war. Da Werner eh zum Baumarkt musste (sehr beschäftigt derzeit) und wir alle Hunger hatten, bin ich das erste Mal mit dorthin gegangen und nachher hatte ich die erste McDonaldsMahlzeit seit ich hier bin. Ein Wucherpreis für ein mäßiges Essen, aber nach einem Tag mit einem Brot von 10:30 bis 19:30 schmeckt einem auch das. Zwischendurch hatte ich nur die Schokolade von Halloween (Hersheys) probiert, die aber bei Weitem nicht an die Deutsche herankommt. Abends habe ich im Tennis auf der Xbox 3:1 gegen Tim verloren.

Heute war wieder Sport in der Schule und ich habe mich wieder gelangweilt, sodass ich das Fach noch für die verbleibenden 8 Schultage in Journalismus gewechselt habe, wo ich einen Reisebericht schreiben darf, aber nicht muss, da ich auch lesen könnte, wenn ich will. Was immer mir besser gefällt, hat man mir gesagt. Auf jeden Fall besser als die 85 Minuten in der Turnhalle abzusitzen, wo wieder NICHTS gemacht wurde. NULL, der Lehrer ist nicht mal aufgetaucht. Ein einziger Witz. 

In Mathe habe ich ohne zu lernen eine 88 bekommen (was eine 2+ wäre, in Deutschland). Nach der Schule sind wir zu Matt und Tims Vater gefahren, wo die beiden Call of Duty spielen wollten, da hier eh umgebaut wird. Und man glaubt nicht, was passiert ist: Ich habe eine Spiel gewonnen!!! Ohne zu wissen wie, habe ich nach 15 Minuten mit 10-9-9 gewonnen. Anschließend sind wir nachhause, wo ich nun schon viel zu lang diesen Eintrag schreibe.

Noch 16 Tage - hoffentlich klappt bei der Rückreise alles. 

Schöne Grüße an alle

Tobias


Beginn der Endphase

Am Sonntag war ich dann einen guten Teil des Tages allein: Eltern waren einkaufen (Möbel fürs Arbeitszimmer), die Söhne beim Vater und auch die Tochter war dort. Ich habe also drinnen gesessen und draußen dem 5 bis 6 Stunden andauernden Schnee (im Oktober) zugeguckt und mir Fifa 2002 runtergeladen und gespielt. War zwar ein netter Tag, aber immer muss ich so was auch nicht haben.

Montags war Schule und nachher Fußballtraining, wobei soweit ich weiß sonst nichts Außergewöhnliches mehr passiert ist. Interessanter war Sonntag Abend ein Footballspiel im Fernsehen, in dem Neuengland gegen Tennesse mit 59-0 den höchsten Sieg der Ligageschichte gefeiert hat und sogar ein Spieler aus Neuss beteiligt war. In der Schule gab es demnach kein anderes Thema an dem Montag, von dem ich gerade spreche. 

Ansonsten war der Tag wenig aufregend. Dienstag war nach der Schule noch ein weiteres Fußballspiel - wieder gegen die seit 16 Jahren ungeschlagenen. Ich habe die komplette 2. Halbzeit gespielt und nach dem 4:0 Halbzeitrückstand ist das Spiel 7:0 ausgegangen und ich wurde am Tag darauf sogar in der lokalen Zeitung positiv erwähnt.

http://www.sentinelandenterprise.com/sports/ci_13608115

Mittwoch war nach der Schule kein Fußballtraining, da wir 2 ehemaligen High-School-Fußballspielern bei ihren neuen College-Mannschaften zugeguckt haben, wo sie gegeneinander gespielt haben. Fitchburg gewann 2:1 gegen das Becker College.

Wir waren gegen 6 zuhause, dann haben wir abends noch etwas Xbox gespielt und ich habe Hausaufgaben gemacht - seit langem mal wieder, denn erstens wird das hier nichts kontrolliert und zweitens sind die Noten für mich nicht entscheidend und ich bin in jedem Fach noch zwischen 1 und 3.

Ich glaube wenn ich immer Hausaufgaben gemacht hätte wäre ich überall der Beste. Aber da habe ich manchmal nach den Tagen mit Fußballtraining bis 6 keine Lust mehr zu. Erst recht halt nicht wenns mir nichts bringt außer Zeug von vor fast nem Jahr zu wiederholen.

Donnerstag war in der Schule wieder nicht viel los und das Training war auch geprägt vom Wunsch der Meisten, dass die Saison bald vorbei ist. Noch 6 Tage waren es zu dem Zeitpunkt, jetzt noch 4. Gegen 5 waren wir zuhause und dort waren Tochter und Mutter etwas krank, sodass ehe die beiden Söhne vom Vater zurückgekommen sind (8:45) schon der Rest der Familie schlafen war. Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und etwas länger unten geredet als die Eltern es sonst wohl erlauben würden und sind dann möglichst leise (auf dem Holzboden nicht leicht) hochgegangen. Freitag morgen habe ich das dann bereut - ich fühlte mich sehr schlecht und mir war ein wenig schwindelig, aber ich habe beschlossen, trotzdem zur Schule zu gehen, da erstens ein Spiel anstand, das wir endlich gewinnen können könnten (das dachte man jedenfalls) und ich auch nicht wirklich krank war, nur etwas kränklich. In der Schule gab es einen Feueralarm, aufgrund dessen 2000 Leute bei 6°C in T-Shirts und Pullovern 20 Minuten draußen standen. Die Feuerwehr kam, stellte fest, dass es ein Fehlalarm war und ging wieder. Das Fußballspiel kommentiere ich nicht - wieder 2:0 verloren gegen ein anderes Team aus Fitchburg, dass damit irgendeinen Titel gewonnen hat. Wie auch immer - die Saison geht ohne Erfolg zu Ende. Das steht ziemlich fest. 2 mal noch Training und noch 2 mal Spiel, am Freitag nächste Woche noch Painball spielen mit der Mannschaft und dann wars das. Nach dem Fußball bin ich mit zum Baumarkt gefahren und habe dann abends noch geguckt wie das Arbeitszimmer langsam fertig wurde. Wir haben dann noch irgendwelche Hackfleischsandwiches bestellt und das war so mit das beste Essen, was ich hier bisher gehabt hab. Wir sind dann wieder sehr lange wach geblieben und heute gegen 12 bin ich aufgewacht. habe Fußballergebnisse nachgeguckt, war ein bisschen zufrieden und ein bisschen unzufrieden und seitdem versuche ich noch etwas Gutes für den Tag zu organisieren, damit es nicht zu langweilig wird.

Noch weniger als 4 Wochen - schade eigentlich, aber auch schön wieder zuhause zu sein irgendwann. Vorfreude habe ich aber nicht richtig auf die Rückreise. 

Schönen Gruß an alle

Tobias 

Durchschnittliche Woche mitten in den 3 Monaten

Dienstag war dann wieder Schule - wir hatten 4 ganz normale Unterrichtsstunden und meine Verletzung vom Fußball am Freitag war auch auskuriert, sodass es wieder mal ein sehr ungewöhnlicher Schultag war. Es ist mit der Zeit etwas schwer sich zu motivieren, den Stoff der 8. Klasse in Mathe zu wiederholen, wenn man weiß, dass die Noten für einen selbst nicht einmal gelten. Ob die Noten des 2. Monats so gut wie die des ersten werden, weiß ich nicht, kann ich mir nicht vorstellen, ist mir aber auch gleichzeitig ziemlich egal. Ich werde wohl Bs und Cs bekommen und das als Austauschschüler, da kann ich mich nicht beschweren. Dienstag war nach der Schule kein Fußballtraining, da um 7 Uhr abends ein Spiel in Wachussett war. Es wurden die kältesten 90 Minuten, die ich jemals in einem Oktober erlebt habe: mittags waren es noch rund 15°, weshalb ich mit Pullover, T-Shirt, kurzer Hose und Trainingsanzug los gegangen bin. Nach kurzer Zeit war es auf dem Kunstrasenplatz in Wachussett stockfinster, die Flutlichter wurden angemacht und der kletschnasse Kunstrasenplatz hatte in der Halbzeit schon ein paar Eisflächen (-4°. Wir hatten zwar ein hervorragendes Spiel, dass wir anders als das Hinspiel (9:0) nur 3:0 verloren, aber ich hatte wenig Spaß. Gespielt habe ich nämlich nicht, mich aber unaufgefordert 90 Minuten lang "aufgewärmt". Im wahrsten Sinne des Wortes.

Mittwoch war in der Schule ein Mann aus Mississippi, ca. 30, der eine Rede gehalten hat. Die beiden gesamten ältesten Jahrgänge mussten sich im großen Auditorium versammeln und zuhören, wie der Mann erzählte, wie er gesehen hat, dass seine Mutter und sein Bruder erschossen wurden. Es war schon interessant, aber für viele Schüler nur eine Gelegenheit zu schlafen. Ich hörte interessiert zu und fand die ganze Geschichte etwas bedrückend. Den eigentlichen Zweck die Schüler zu motivieren wird der nette Herr trotzdem leider bei nur wenigen erfüllt haben können, was aber nicht seine Schuld war. Nach der Schule gab es ein sehr kurzes Fußballtraining (die Saison ist bald um und wir waren alle noch müde vom Spiel gestern wo wir nach der klirrenden Kälte erst um 10 zurück waren). 

Die Umbauarbeiten im Haus gehen auch gut voran. Jetzt ist das Arbeitszimmer dran, wo gerade Tapeten angeklebt und die Decke verziert wird. Am Ende kommt ein Laminatboden rein. Abschließend werden noch Küche und Esszimmer gemacht - Ziel ist, das Haus fertig zu haben, bevor ich gehe. Das sollte zu schaffen sein.

Donnerstag war die Schule mal wieder durchschnittlich, aber der Morgen davor war kalt. Unter -5° war es gewesen und das Auto gefroren, sodass es Probleme gab, es anzumachen. 

Dieses Mal gewappnet vor der Kälte gab es dann um 4 Uhr mittags im 2 STunden entfernten (damit weitestes Spiel) Milford eines der letzten Spiele der Saison (3 oder 4 sinds noch). Die Mannschaft hat dieses Jahr wenig Klasse hab ich mir sagen lassen und die Statistik gibt dem recht. 1 Sieg, 2 Unentschieden und 10 Niederlagen oder so. Wie auch immer in Milford habe ich nach 5:0-Rückstand mal wieder 20 Minuten spielen dürfen. Es war schon fast dunkel und hat geschneit. Trotz Angriffswellen habe ich 4-5 Bälle gehalten und nur ein Tor zugelassen. Da wir auch noch ein Tor geschossen haben war meine Bilanz nach dem Spiel dann ausgeglichen. ICh würde sagen mein bestes der 3 Spiele bisher. Nach dem Spiel gab es bei Wendys noch Burger für die ganze Mannschaft. Wir waren gegen 9 zurück - ich habe nicht mehr viel gemacht und mich nur noch etwas aufgewärmt mit einer warmen Dusche und bin dann schlafen gegangen. Gestern war dann endlich Wochenende. Nach der Schule fiel das Training ganz aus, sodass ich mit meinen Gastbrüdern Halo auf Xbox spielen konnte. Endstand war 13(Matt)-2(Tim)-0(ich) :-D

Abends sind wir zum Football-Spiel gegangen, wo Fitchburg 33-9 gegen Worcester-Burncoat (Burncoat = Brennmantel, toller Name) gewann. 

Nach dem Spiel bin ich ins Bett, habe noch gelesen und heute nach dem Aufstehen habe ich nach dem Spülen sofort mit dem Blog angefangen - jetzt bin ich endlich fertig und kann nacher noch ein weiteres Spiel beim Fußball von der Liste streichen, da wir um 5 in Lunenburg spielen. Dann sind es noch 3 Spiele - vielleicht gewinnen wir ja noch mal eins. 

Schöne Grüße nach Kleve und anderswo

Tobias

Fortsetzung

Dienstag morgen bin ich anstatt wie geplant um 9 gegen 7 aufgestanden, da die Waschmaschine repariert wurde und ich sonst ggf. nicht hätte duschen können. Nach Duschen, langsamem Wachwerden und ausgiebigen Frühstück waren dann Mama und Papa gegen 9:25 hier und haben mich abgeholt. Nachdem wir dann auch noch Lorena abgeholt hatten, die wir eingeladen hatten, mitzukommen, sind wir mit dem Zug um 10:30 nach Boston gefahren. Interessant war dabei der Fahrkartenverkäufer, der uns wohl absichlich ein wenig missverstanden hat, aber was solls.

Nach ungefähr 80 Minuten sind wir also in Boston am TD Banknorth Garden, dem Stadion der ansässigen Basketball- und Eishockeymannschaften angekommen, was mich schon ein wenig erstaunt hat. Der Bahnhof endet praktisch direkt im Stadion. Ich habe natürlich sofort ein paar Fotos gemacht, aber Papa hat uns über den Freedom Trail zu einem Museumsshop und dann zur Fähre getrieben, die uns in die Innenstadt bringen sollte. Nach einem ca. 1 Kilometer langen Fußmarsch haben wir das Museum erreicht, wo ich eine Mütze, einen Keks und eine Dose Cola gekauft habe. Eine halbe Stunde waren wir in etwa in dem Laden, da wir auf die Fähre warten mussten. Dann sind wir oben aufs Schiff, von wo aus man die ganze Bostoner Skyline sehen konnte. Auch wenn ich gegen das Licht fotographieren musste, habe ich bestimmt 30 Fotos davon gemacht. Toller Anblick. Nach der Ankunft sind wir dann am Old State House vorbei zu einem richtigen kleinen Einkaufs- und Touristenzentrum - dem Quincy Market - gegangen, wo wir neben chinesischem Essen auch noch allerhand Kleinigkeiten gekauft haben. Mama war wohl am meisten fasziniert vom Weihnachtsladen, der das ganze Jahr über Weihnachtsschmuck verkauft. Ich finde, wer im März schon wieder Lust auf Weihnachten hat, der ist verrückt, aber sowas ist halt typisch amerikanisch kitschig. Ich bin mit einer Sonnenbrille durch die Shoppingflut gekommen, aber für 5$ konnte man da auch nicht meckern. Gekauft hätte ich sie mir trotzdem nicht, wenn Mama nicht gedrängt hätte. Ich hatte ja die Mütze als Souvenir

Dann war irgendwann der Tag schon wieder halb um und nach einem Besuch im Buchladen mussten wir dann zurück zum Bahnhof - dieses Mal mit der U-Bahn. 

Das ganze Prozedere wiederholte sich - gegen 7 Uhr waren wir wieder in Fitchburg, wo es schon stockfinster war. Papa stellte dann im Parkhaus fest, dass er das Bezahlen vergessen hatte, sodass der Werbeflyer auf der Frontscheibe für ihn einen echten Schock darstellte. (er dachte es wäre ein Knöllchen). Dann haben wir Lorena wieder bei ihrer Gastfamilie abgesetzt und sind zu Familie Timms gefahren, die ich ja schon aus Berlin kannte, wo wir im Frühling mit ihnen waren. Dort sollte es Hummer geben - das war mir schon vorher nicht so ganz geheuer. Als das Essen dann auf den Tisch kam, besser gesagt schon vorher, wo ich gesehen habe, wie die Dinger gekocht wurden, wurde mir ein wenig mulmiger als ohnehin schon. Mit dem ersten Bissen wusste ich, dass ich die Dinger nicht essen konnte. Schmeckte zwar wirklich gut (kein Scherz), aber ich habe davon leider einen Brechreiz bekommen. Kann nicht erklären warum, aber es war so. Schade. Sollen verglichen zu anderen Hummern sogar sehr gute gewesen sein. Da es aber leckeres Brot gab und Salat, nachher sogar noch Eis war ich gut versorgt. Mama und Papa hats auch gefreut, da die anscheinend sehr gerne Hummer essen und so meinen auch noch komplett aufessen konnten. Nach dem Essen haben wir mir dann ein Bett oben in Mamas und Papas Gästezimmer gebaut. Nach einer erstaunlich komfortablen Nacht war ich dann um halb 9 unten zum frühstücken. Den schönen Garten der Familie konnte ich dann auch das erste Mal bewundern. Das Wetter draußen war trotzdem atemberaubend schlecht was uns nicht davon abhielt unseren geplanten Trip nach North Adams durch die sich verfärbenden Blätter durchzuziehen. Das Einzige, was uns ein wenig aufhielt war ein etwas längeres Gespräch beim Frühstück über Gott und die Welt. Dennoch waren wir um 10 auf der Straße. Das Wetter war auf einmal auch besser. Wir haben also einige sehr schöne Fotos machen können an einem Fluß der inmitten von orange-rötlichen Wäldern sehr idyllisch wirkte.

Normalerweise ist Auto fahren ja langweilig, aber hier machte die 2 Stunden lange Fahrt wirklich Spaß. In North Adams angekommen hatten wir dann im Museum Mittagessen und Papa hat sich noch die Kunstwerke innen drin angeguckt, was wir uns gespart haben. 

Wie die Zeit so schnell vergangen ist, weiß ich gar nicht mehr genau, jedenfalls waren wir nicht vor 18:10 wieder in Ashburnham bei Familie Timms wo ich mich noch fürs Abendessen mit Mr.Ravanelle und Antonucci umziehen musste. Ich habe dann auch noch alle meine Sachen mitgenommen, da ich ja nach dem Abendessen wieder zurück zur Familie Thissen musste (Tags darauf war ja Schule). 

Das Essen im Fay Club war ausgesprochen gut. Selbst ich mochte auf einmal Rindfleisch. Den Nachtisch kann man gar nicht beschreiben. Der Fay Club an sich ist aber kein Restaurant, sondern ein exklusiver Club für die 50 wichtigsten Leute von Fitchburg wie es mir schien. Ich traute mich nicht mal, mich zu bewegen (immerhin war ja der College-Direktor und der Direktor der Schulen in Fitchburg am Tisch - auch wenn ich den schon mal vorher getroffen hatte). Mir war das ganze Essen etwas zu exklusiv, da wir auch alleine in dem riesigen Laden saßen. Ich war jedenfalls froh, als wir fertig waren. Ich habe also tschüs gesagt und war dann ca. um 9 wieder bei meiner Gastfamilie nach 2 Tagen. Die Baustelle Wohnzimmer hatte Fortschritte gemacht. Nach ein paar Gesprächen was wir gemacht hatten, bin ich gegen 11 dann endlich ins Bett gekommen. Schule am nächsten Morgen war wieder recht alltäglich - ich habe mein Zeugnis für den ersten Monat bekommen, wo ich in Englisch eine 1, in Mathe eine 2, in Geschichte eine 2+ und in MS Office eine 1 habe. Das werde ich im zweiten Monat vielleicht nicht halten können, aber das macht mir nichts. Ein Zeugnis, das gut ist, in Deutschland zum Zeigen reicht ja. Meine Noten sagen ja schon viel über den Schwierigkeitsgrad aus, auch wenn mir die Atmosphäre der Schule besser gefällt als in Deutschland. 

 Donnerstag abend war ein Fußballspiel im Fernsehen zwischen unserer Mannschaft und Leominster. Ich habe zwar nicht gespielt, aber ich war immerhin Balljunge, sodass man mich 90 Minuten live im Fernsehen hin- und herrennen sehen konnte. Da wir aber 7:1 verloren haben, habe ich im Spiel selbst auch nichts verpasst - ich als Torwart hätte also eh keinen schönen Job gehabt.

Freitag morgen wieder aufstehen um 6 - das ist wirklich eine Sache, auf die ich mich in Kleve freue: aufstehen um 7:15. In der Schule hier hat man auch immer das Gefühl man schläft fast ein. Mir fehlt morgens einfach das Fahrrad fahren, mit dem ich meinen Kreislauf etwas in Schwung bringe. Viele Schüler schlafen tatsächlich in der ersten Stunde ohne das die Lehrer groß was sagen würden. Das zieht sich durch den ganzen Tag. In jeder Stunde schlafen mal ein paar ein. Ich habe das Problem mit der Müdigkeit nur in der 1. Stunde. 

Nachmittags war das erste Mal Fußballtraining ohne meinen Gastvater, der das erste Mal seit 3 Monaten wieder einen Auftrag mit seiner Firma hatte. Der Assistenztrainer, Herr Olson hat also ein paar Kopfbälle mit uns geübt und dann ein Freundschaftsspiel gemacht in dem ich mich am Steißbein verletzt habe. Ich wusste gar nicht dass so ein kleiner Knochen so weh tun kann, aber mittlerweile geht es wieder. Dann war endlich Wochenende. Am Abend sind mein jüngerer Gastbruder und ich wieder zum zweiwöchentlichen Footballspiel gefahren, wo Fitchburg 26:12 verlor. Schien keinen wirklich zu interessieren. Das war auch schon ungefähr der Freitag. Nachdem wir zuhause waren haben wir noch etwas fern gesehen und dann war auch schon Samstag. Den Samstag habe ich morgens mit Fußball am Livestream verbracht. Deutschland spielte ja gegen Russland und dann habe ich das Spiel im Internet verfolgt. Im Fernsehen hat man anstattdessen Azerbaijan gegen Liechtenstein gezeigt. So ein Schwachsinn. Als meine Gasteltern vom Einkaufen zurückkamen waren sie wieder mit Renovieren beschäftigt, sodass ich den größten Teil des Samstags bis 14:30 vorm PC verbracht habe. Um 14:30 sind wir dann zur Schule, da wir gegen Worcester South ein Fußballspiel hatten. Es kursierten Gerüchte darüber, dass die Mannschaft einen Spieler aus Ghana hatte, der der Beste Spieler hier in dem Gebiet in den letzten 10 Jahren sein sollte. Ich dachte: Ghana - kann man leicht erkennen, wird ja nicht so viele Schwarze geben. Dann kam der Bus der Mannschaft an und ich sah, dass ich mich geirrt hatte. Bis auf den Torwart war ausnahmslos JEDER Spieler afrikanischer Herkunft. Unorganisiert, typisch afrikanisch, stürmend hatten wir sie die erste Halbzeit einigermaßen im Griff und lagen sogar 2 mal in Führung. Am Ende drehten die dann völlig auf und rannten wie verrückt. Konditionell waren die haushoch überlegen, sodass sie viel zu hoch mit 7:2 gewannen. Ich war verletzt (Steißbein) und habe mich daher geschont und nicht gesipelt. Der berüchtigte Superspieler hat dabei einen Fallrückzieher und einen 20 Meter-Hammer gehabt und insgesamt noch 2 Vorlagen. 

Der Abend wurde wieder mit Renovieren und Fernsehen verbracht. Gestern morgen war ich wieder alleine. Wo genau alle hin waren weiß ich nicht, jedenfalls war nur der jüngere Bruder ab und an da, aber er hat auch lange geschlafen. Gegen 2 trudelten dann alle wieder ein. Es kam auch ein Freund des älteren Bruders für 20 Minuten in denen dann nur über Baseball geredet wurde. Dann habe ich mir selbst Nudeln gemacht (ich sollte mir was machen wenn ich Hunger habe, während die renovieren) und dann kam der nächste Freund des Bruders. Er hatte mit seinen Eltern gewettet, dass er sich von Matthew die Haare schneiden lassen würde und das tat er auch. Mit dem Rasierer einen Maschinenhaarschnitt 1,5 Zentimeter. Sah aber nicht schlecht aus. Abends sind wir dann Pizza essen gegangen (obwohl wir eigentlich geplant hatten, Steak zu essen, aber der Laden in den wir wollten, war zu). Heute ist ein Feiertag, sodass wir langes Wochenende haben. Bis auf diesen ellenlangen Blogeintrag habe ich heute noch nichts Produktives gemacht.

Schönen Gruß an alle

Tobias 

Freitag waren übrigens natürlich noch Mama und Papa in der Schule um tschüs zu sagen. Abends ging ja der Flieger, sodass ich aus dem Englischunterricht hinausgerufen wurde um mich noch mal zu verabschieden. Habe ich in meinen bisherigen Schilderungen ganz vergessen. 

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